Tagesarchiv für den 20. September 2010

Wo ist die Meteor jetzt?

20. September 2010

Verfolgen Sie hier die Schiffsposition.
http://www.sailwx.info/shiptrack/shipposition.phtml?call=DBBH.

2. Blog: Schon mehr als eine Woche um!

20. September 2010

Menez Gwen (37° N / 31° W), 18. September 2011 – Unglaublich! Schon seit über einer Woche sind wir unterwegs und es kommt einem einerseits wie wenige Tage, andererseits wie viele Wochen vor. So ist das auf dem Schiff. Jeder Tag ist anders und dadurch immer wieder aufregend und neu, aber durch den straff geregelten Arbeitsplan und die festen Essenszeiten (7:30 Frühstück, 11:30 Mittag, 15:00 Kaffee und Kuchen, 17:30 Abendessen) entsteht ein gewisser, fast routinemäßiger Arbeitsalltag (ganz zu schweigen von den Nächten, aber dazu mehr im nächsten Blog).

Gleich unserer allererster Tauchgang mit dem ROV MARUM-Quest war ein voller Erfolg. Wir konnten auf Anhieb die aktiven Hydrothermalquellenfelder am Menez Gwen Vulkan finden. Das ist bei weitem nicht selbstverständlich. Unter Wasser funktioniert das Satellitennavigationssystem GPS nicht, man muss mit Hilfe von akustischen Unterwassersendern arbeiten, die ständig die Position des ROVs mit der des Schiffes abgleichen. Aus der mit GPS ermittelten Position des Schiffes können wir dann die Absolutposition des ROVs errechnen. Allerdings kommt es bei diesem filigranen hin und her immer wieder zu leichten Verschiebungen, zum Beispiel wenn eine besonders hohe Welle die Position des Unterwassersenders des Schiffes minimal verschiebt. Erschwerend kommt hinzu, dass die Sichtweite des ROVs wegen der Reichweite seiner Lichter und Kameras in der völligen Dunkelheit der Tiefsee maximal 10 – 15 Meter beträgt. So kann es passieren, dass man mit dem ROV ganz nah an einem Hydrothermalquellenfeld ist, es aber dennoch trotz intensiver Suche nicht finden kann.

In der ersten Woche konnten wir sechs ROV Tauchgänge erfolgreich durchführen und unsere Labore an Bord brummten rund um die Uhr mit Wissenschaftlern, die die vielen Proben bearbeiteten die das ROV hochgebracht hatte (was das für Proben sind und was wir damit machen beschreibe ich im nächsten Blog). Es lief so hervorragend, dass ich den großen Fehler machte, in der Steuerzentrale des ROVs mit den Piloten rumzufrotzeln dass wenn es so weiter ginge, wir es noch auf dieser Fahrt zum 300sten Tauchgang der Quest bringen würden, also noch 20 erfolgreiche Tauchgänge innerhalb nur 25 Arbeitstagen schaffen könnten. Es gibt eine Reihe von Sprüchen darüber dass man den Tag nicht vor dem Abend loben soll, auf Englisch sagt man viel direkter: „You shouldn’t have opened your big fat mouth“. Selbstverständlich sind wir als Wissenschaftler nicht abergläubisch, aber nur eine Stunde später musste der Tauchgang abgebrochen werden, weil der Arm des ROVs auf einmal nicht mehr funktionierte. An Bord stellte sich dann raus, dass wir einen schwerwiegenden Schaden hatten: ein Hydraulikschlauch am ROV Arm war geplatzt und Seewasser in das Hydrauliköl eingedrungen. Durch die mangelnde Schmierung wurde die Hydraulikpumpe zerfetzt, und die Metallspäne des Abriebs wurden schön fein im gesamten Ölkreislauf des ROVs verteilt. Der leitende ROV Pilot, Dr. Volker Ratmeyer und sein 7-köpfiges Team haben in drei Tagen harter und hochkonzentrierter Arbeit das ROV fast komplett zerlegt, gereinigt, und wieder zusammengesetzt und toi, toi ,toi, während ich diese Zeilen schreibe, taucht das ROV Quest wieder. Mehr schreibe ich aber jetzt dazu bestimmt nicht, denn ich bin zwar nicht abergläubisch, aber man soll ja sein Glück nicht herausfordern!

Von Bord der Meteor
Nicole Dubilier

PS: Mehr Informationen zu unserer Fahrt gibt es auf der Webseite der ‚Leitstelle‘ die den Betrieb der Forschungsschiffe Meteor und Maria S. Merian organisiert: http://www.ifm.zmaw.de/de/leitstelle/reisen-des-fs-meteor/
Auf dieser Webseite finden Sie die wöchentlichen Berichte über unsere Ausfahrt (auf der Seite ein wenig nach unten scrollen, dort unter „Reise M82 Wassermassentransformation, Transporte und Hydrothermalismus“ bei Abschnitt M82/3 die pdf Files abrufen).